Widerstand- und Unterstützungslinien

Was ist ein Widerstand bzw. eine Unterstützung?

Widerstände und Unterstützungen sind horizontale Niveaus im Chart. Ein Widerstand ist ein prädestiniertes Level an dem Kurse tendenziell fallen. Eine Unterstützung wiederum ist ein Niveau, an dem fallende Kurse bevorzugt abgefedert werden und wieder steigen.

 

Widerstand- und Unterstützungslinien im Chart

Betrachtet man einen Chart wird einem schnell auffallen, dass dieser sich nie komplett in einer geraden Linie nach oben oder unten bewegt. Der Kurs wird immer mal wieder einen Sprung hoch oder runter machen und somit entstehen Hochpunkte und Tiefpunkte. Man kann nun rein theoretisch an jedem dieser Punkte eine horizontale Linie ziehen da dies Potentielle Wiederstands- beziehungsweise Unterstützungsniveaus sind. Einem wird schnell die Lust daran vergehen, wenn man wahllos Linien Zieht und man keinen Überblick mehr über den Chart hat, vor allem weil nicht jeder Punkt eine vermeintliche Unterstützungszone (UZ) oder Widerstandszone (WZ) ausbildet. Wie bei vielen Dingen, die die technische Chartanalyse betreffen, gilt auch hier der Grundsatz der Nachhaltigkeit. Also je länger ein Widerstand stabil bleibt umso nachhaltiger ist er. Je nachhaltiger der Widerstand gebrochen wird umso wahrscheinlicher ist es das dieser fällt.

Wo wir wieder beim Betrachten der Zeiteinheiten wären. Zeichne ich Wiederstands- und Unterstützungszonen in einen Chart ein, dann betrachte ich als aller erstes die Hohen Zeiteinheiten. Erst den Wochenchart und dann Tageschart. Dem Betrachter eines Charts werden schnell die signifikanten Hoch- und Tiefpunkte ins Auge stechen. Häufig pendelt der Kurs in einer Range zwischen Unterstützung und Widerstand hin und her. Der Wert testet immer wieder die Grenzen dieser Range an. Je öfter eine dieser Linien angetestet wird umso signifikanter ist sie und umso explosionsartiger ist dann letzten Endes der Ausbruch. Egal in welche Richtung. An dieser Stelle sei gesagt, dass man das Handelsvolumen im Blick haben sollte. Steigt das Handelsvolumen beim Durchbrechen, ist dies ein Indikator für einen nachhaltigen Durchbruch.

Durchbricht ein Kurs einen Widerstand, dann wird dieser in Zukunft zu einer Unterstützung und umgekehrt. Es ist nicht verkehrt Linien aus längst vergangener Zeit zu beachten, vor allem nicht wenn sie nicht gebrochen wurden, z.B. Allzeithochs und Allzeittiefs. Aber auch wenn sie gebrochen wurden, dreht sich ihre bedeutung lediglich um.

Hat man nun die starken und prägnanten Linien auf hoher Zeitebene ausfindig gemacht, kann man sich an die kürzeren Perioden setzen, um dort weitere Niveaus abzutragen. Letztlich muss man selber entscheiden, welche Linien sinnhaft sind und welche nicht.

Warum bezeichne ich nun diese Bereiche häufig als Zonen?

Das liegt daran, dass viele Trader ihre Charts als Candlesticks oder als Bars darstellen lassen. Diese Darstellungsweise hat folgenden Vorteil. Sie zeigt den Eröffnungskurs, Schlusskurs, Tiefst- und Höchstkurs innerhalb einer Periodendauer an. Betrachtet man den Chart also auf Tagesbasis, dann sind es der Tageseröffnungs- und Schlusskurs, sowie Tagestiefst- und Tageshöchstkurs. Im Candlestickchart werden die zuletzt erwähnten durch sogenannte Lunten (tief) und Dochte (hoch) dargestellt, während Eröffnungs- und Schlusskurs den Körper der Kerze bilden. Wenn ich nun also eine Widerstandslinie einzeichnen will, muss ich entscheiden was nun maßgebend ist. Höchst- oder Schlusskurs, Tiefst- oder Eröffnungskurs. Vor allem weil diese dann auch noch innerhalb differenzierter Zeitperioden unterschiedlich ausfallen. Ich persönlich habe mich dafür entschlossen beide Werte, also jeweils die Spitze des Dochts oder der Lunte, mit einzubeziehen, um somit eine Zone auszubilden in der die zuvor erwähnten Regeln für Widerstände und Unterstützungen gelten.

Chart als Lienienchart und Idealisiert zur bildlichen Erläuterung

Widerstands- und Unterstützungslinien