Technische Chartanalyse

DIE TECHNISCHE CHARTANALYSE

Die technische Chartanalyse ist ein sehr hilfreiches Instrument, um an der Börse Kursbewegungen, egal in welche Richtung sie auch verlaufen mögen zu antizipieren. Kein geringerer als Charles Dow, einer der Mitbegründer des Wall street Journals sowie des Unternehmens Dow Jones und Initiator des Dow Jones Industrial Average Index, legte den Grundstein für genannte Analysetechniken. Der Dow Theorie zufolge, kennen die Kurse der Börsen drei Richtungen. Der Aufwärtstrend, der Abwärtstrend und die Seitwärtsbewegung. Ersterer definiert sich dadurch, dass einem lokalen Hochpunkt ein Tiefpunkt folgt, dem wiederum ein höherer Hochpunkt sowie Tiefpunkt usw. folgen.

Kurzum: Höheren Hochs folgen höhere Tiefs. Solange der letzte Tiefpunkt nicht nach unten durchbrochen wird, gilt der Aufwärtstrend als „intakt“.

intakter Aufwärtstrend

intakter Aufwärtstrend

gebrochener Aufwärtstrend

gebrochener Aufwärtstrend

Zweiterer definiert sich durch umgekehrte Bewegung im Chart. Einem lokalen Tief folgt ein Hochpunkt, welcher wiederum von niedrigeren Tief- und Hochpunkten gefolgt wird.

Kurzum: Niedrigeren Tiefs folgen niedrigere Hochs. Auch hier gilt, solange der letzte Hochpunkt nicht nach oben durchbrochen wird, ist der Abwärtstrend intakt.

intakter Abwärtstrend

intakter Abwärtstrend

gebrochener Abwärtstrend

gebrochener Abwärtstrend

Bei der Seitwärtsbewegung, auch „Range“ genannt, spricht man allgemein von einem „unentschlossenen Markt“. Hier pendelt der Markt in der Regel zwischen lokalen Hoch- und Tiefpunkten hin und her. Sollte der Wert die „Range verlassen, ist das in der Regel ein Signal dafür, dass sich die Entwicklung in die Richtung des Durchbruchs fortsetzt.

Seitwärtsbewegung

Seitwärtsbewegung

Der Betrachter muss sich vor Augen halten, dass es übergeordnete Trends gibt. Jedem sollte bekannt sein, dass man Charts auf verschiedenen Zeitebenen betrachten kann. Die höheren Zeiteinheiten gewähren einen tieferen Einblick in die Charthistorie, was insofern hilfreich ist, da man auf diese Weise die übergeordnete Richtung des Kurses feststellen kann.

Beispiel: Der Trader schaut sich den Kursverlauf in einem 15 MinutenChart an und stellt fest, dass sich der Wert gerade in einer Abwärtsbewegung befindet. Die Erkenntnisse über die Trendentwicklung und Chartanalyse helfen ihm/ihr beim Lokalisieren stetig fallender Hoch- und Tiefpunkte und er/sie freut sich über diese Tatsache und geht an einem strategisch sinnvollen Punkt eine Shortposition ein. Leider vernachlässigte er/sie die höhere Zeitebene, auf der sich der Wert in einem übergeordneteren Aufwärtstrend befindet. Die Bewegung auf der 15 Minuten-Ebene stellt im Zweifel lediglich eine Korrekturbewegung dar und das könnte dem Trader teuer zu stehen kommen. Nicht umsonst gibt es die Börsenweisheit „the trend is your friend“.

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Hinweis: Bei allen Ausbruchsszenarios muss darauf geachtet werden, wie nachhaltig diese sind. In den seltensten Fällen verläuft ein Kurs lehrbuchartig. Hier gilt: Je höher die Zeiteinheit, desto nachhaltiger der Ausbruch. Der Schlusskurs einer Kerze oder eines Balkens ist hier maßgebend.